Häuslicher Unterricht


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Was ist häuslicher Unterricht?

In Österreich herrscht Unterrichtspflicht. Diese Unterrichtspflicht kann sowohl in der Pflichtschule absolviert werden, oder aber auch einfach zuhause ohne in die Schule zu gehen. Das Lernziel welches vom jeweiligen Landesschulrat bzw. auch vom Bundesministerium für Bildung vorgegeben wird, ist jedoch auch im häuslichen Unterricht unbedingt zu erreichen.

Überprüft wird dieses Lernziel einmal jährlich, zum Ende des Schuljahres bei einer „Externistenprüfung“, in der die Kinder welche den häuslichen Unterricht genossen haben, ihre erlernten Kenntnisse nachweisen müssen.

Warum zuhause unterrichten?

Zuhause unterrichten birgt viele Vorteile:
Die Kinder können stressfreier in gewohnter Umgebung lernen
Keine überfüllten Klassenzimmer
individuelle Förderung der Talente
Lerntempo dem Kind entsprechend
Unterrichtsschwerpunkte selbst wählbar
Flexibler Zeitplan
Unterricht im Freien
Kinder im häuslichen Unterricht sind weniger krank, haben mehr Erfolg und können kritischer denken

Keine Maskenpflicht
Keine PCR Sreening Tests

Aber es gibt auch Nachteile:
Hoher Zeitaufwand der Eltern
Finanzieller Mehraufwand (keine Unterstützung für Lehrmaterial)
Fehlende soziale Kontakte welche die Kinder in der Schule haben (Info)

Abmeldung zum häuslichen Unterricht

Die „Abmeldung“ (besser „Anzeige“) des häuslichen Unterrichts muss jedenfalls VOR Beginn des neuen Schuljahres bei der Bildungsdirektion erfolgen. Manche Bundesländer ersuchen aber um frühere Abmeldung, der früheste angeforderte Zeitpunkt muss aber jedenfalls nach dem Zeugnistag liegen, da ja in der Regel ein positives Zeugnis des vergangenen Jahres beigelegt werden muss.

Außer der Bereitschaft Zeit und Geduld für den Unterricht ihrer Kinder mitzubringen, benötigen sie ein formloses Schreiben zur Anmeldung, welches sie an den zuständigen Landesschulrat vor Beginn des Schuljahres senden müssen. Vorlage

Eine Abmeldung zum häuslichen Unterricht ist im laufenden Schuljahr ist regulär nicht vorgesehen, jedoch kann vom häuslichen Unterricht jederzeit in die „normale“ Schule gewechselt werden.

ACHTUNG: Sie müssen trotzdem an der Schuleinschreibung teilnehmen! Ein Versäumnis kann eine beträchtliche Geldstrafe mit sich ziehen.

Bildungsdirektionen (Landesschulräte):
Niederösterreich
Öberösterreich
Salzburg
Tirol
Vorarlberg
Steiermark
Kärnten
Burgenland
Wien

Lehrplan und Lehrstoffe

Woher bekommt man den Lehrplan und die Lehrstoffe?
Die Lehrpläne sind online abrufbar. Link zum Bundesministerium für Bildung – Lehrpläne
Zudem können die Schulbücher als „roter Faden“ benutzt werden. Viele Eltern nutzen die Schulbücher der Prüfungsschule, um inhaltlich mit dem prüfenden Lehrer gleichzufahren. Das muss aber nicht sein. Manche Prüfungsschulen geben auch Lernzielkataloge zur Vorbereitung raus. Rechtzeitiger Kontakt mit der Prüfungsschule lohnt sich daher oft.

Die Bücher sind im Rahmen des jährlich verlautbarten Schulbuchkontingents auch für Externisten kostenlos. Die Bücher sind aus der Liste zur jährlichen Schulbuchaktion frei wählbar (dort ist die Schulbuchnummer und der angegebene Preis jeweils angeführt).

Zu bestellen sind die Bücher für Externisten immer in der Sprengelschule (auch dann, wenn die Prüfungen an einer anderen Schule abgehalten werden).

Man hat jedenfalls FREIE WAHL bei den Büchern. Manche Sprengelschulen versuchen, ihre gebrauchten Bücher anderer Kinder „an den Mann zu kriegen“ oder wollen die Bücher mitbestellen, die sie selber verwenden. Das ist NICHT korrekt und man muss sich damit NICHT einverstanden erklären.

Das Bundesministerium für Bildung hat sich da auch absolut FÜR die Externisten ausgesprochen und man kann sich ggf. an das Ministerium wenden, wenn man Schwierigkeiten bei der Schulbuchbestellung hat.

Externistenprüfung

Diese Prüfung ist am Ende des Schuljahres vom Schüler zu absolvieren und dient dazu den Lernerfolg zu bestätigen.
Der „Prüfling“ hat das Ansuchen um Zulassung zu der Externistenprüfung schriftlich bei der Schule, an der die Prüfungskommision ihren Sitz hat, einzubringen. Die Schulen in der die Externistenprüfungen stattfinden, kann beim Bezirksschulrat (Telefonnummer googlen) erfragt werden.

Da es keine exakte Vorgabe über den Ablauf der Externistenprüfungen gibt:
Die Schule muss – wie immer sie das bewerkstelligt – ja „nur“ die Gleichwertigkeit zum Unterricht an der öffentlichen Schule feststellen, kann man nicht pasuchal sagen wie die Prüfung in der jeweiligen Prüfungsschule abläuft.
Auch kommen die Kinder unterschiedlich mit der Prüfungssituation per se zurecht. Die Eltern sollten darum ihr Augenmerk auf die rechtzeitige und sorgfältige Auswahl der Prüfungsschule richten.

Information für Starter

Was es sonst noch zu wissen gibt

Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass das Spektrum des „häuslichen Unterrichts“ im Alltag ein weites ist. Manche Familien praktizieren wirklich striktes „Homeschooling“ mit fixen Lernzeiten und Wochenzielen. Manche sehen sich als „Unschooler“ oder „Freilerner“, wobei letzteres in Wahrheit in Österreich aufgrund der Externistenprüfungen nicht wirklich bzw. nur eingeschränkt möglich ist.

Aus unserer Erfahrung heraus haben zu viele Eltern die Befürchtung, einen „Lehrer“ ersetzen zu müssen (vor allem ab der Mittelstufe besteht die Sorge, dass man ja selbst den Stoff gar nicht mehr vermitteln kann).
Hier kann der Ansatz aber auch sein (das versuchen wir selbst auf diese Art und Weise), dass man nicht „Lehrer“ wird, sondern „Mama & Papa“ bleibt und sich als Lernbegleiter/Vernetzer/Logistiger versteht. Wir versuchen zB rechtzeitig besondere Interessen der Kinder herauszufiltern und diese vertiefend mit den Geschwistern oder auch geplant mit ganzen Gruppen als „Freizeitprojekt“ zu organisieren. Dann buchen wir zB Workshops, machen Exkursionen oder ggf. sogar Bildungsreisen, kaufen Bücher und Spiele oder anderes Material, schauen uns Dokumentationen an etc.

Es ist im allgemeinen sehr vorteilhaft, wenn diese Aktivitäten gut mitdokumentiert werden (Fotos, Projektmappen, Lapbooks, Portfolios etc.), da schön aufbereitete Präsentationen bei der Externistenprüfung zeigen, dass und wie man sich mit bestimmten Themen auseinandergesetzt hat.

Zu bestimmten Bereichen ist es schön, wenn man Mentoren für die Kinder findet (Menschen mit besonderen Kenntnissen aus dem Freundeskreis, oft aber auch über div. Vereine), sodass diese Kontaktpersonen für Rückfragen haben.

Bezüglich der Auswahl der Prüfungsschule kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Während in Wien mittlerweile die Prüfung in demjenigen Bezirk abgehalten werden muss, in dem das Kind seinen Hauptwohnsitz hat, sollte es in der Steiermark zB überhaupt keine Vorgaben geben. In Kärnten muss eine Prüfungsschule aus einer Externistenprüfungsschulliste gewählt werden. Sofern diese nicht im Wohnsitz-Bezirk liegt, kann die ausgewählte Prüfe aber auch ein Abfuhr erteilen, wenn sie zB keine zeitlichen Kapazitäten mehr hat (nur die zugeteilte Schule im Bezirk MUSS die Externistenprüfung abnehmen).

Nach meiner Information ist eine Prüfung an einer Privatschule nur möglich, wenn diese zum Zeitpunkt der Prüfung bereits über dauerhaftes Öffentlichkeitsrecht verfügt hat. Die meisten Privatschulen bekommen das Öffentlichkeitsrecht erst rückwirkend und immer nur für das vergangene Schuljahr zugesprochen. Somit würde eine Prüfung dort nicht anerkannt werden.

Rückfragen können von offizieller Seite her mit der zuständigen Bildungsdirektion des Bundeslandes geklärt werden.

Weiterführende Links

Schulbücher Schulbuchaktion.at

Freilerner.at (Verein)

Mitanandahof.com

linilindmayer.com

Homeschoolers.at

HomeschoolersInAustria.at

UnsereSchulen.at

Lernbegleiter.Wien

Schulfilme im Netz

Unterrichtsmaterial-schule.de

Materialgru.at

Facebookgruppen

Häuslicher Unterricht in Österreich

Fragen und Antworten zum Thema als Video auf Facebook

Die Informationen zum häuslichen Unterricht wurden mit freundlicher Unterstützung von Fam. Amplatz erstellt.

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